Gedanken zum Weltfrauentag

Heute ist Weltfrauentag. Dies ist weit mehr als ein „Ich-schenke-einer-Frau-eine-Rose-Tag“, wobei es natürlich schön ist, einer Frau eine Rose zu schenken. Er entstand als Initiative sozialistischer Organisationen in der Zeit um den Ersten Weltkrieg im Kampf um die Gleichberechtigung, das Wahlrecht für Frauen und die Emanzipation von Arbeiterinnen. Am 8. März 1917 streikten in Sankt Petersburg die Bewohnerinnen der armen Stadtviertel auf der Wyborger Seite. Arbeiterinnen, die Ehefrauen von Soldaten und erstmals auch Bäuerinnen gingen gemeinsam auf die Straße und lösten so die Februarrevolution aus. Zu Ehren der Rolle der Frauen in der Revolution wurde auf der Zweiten Internationalen Konferenz kommunistischer Frauen 1921 in Moskau der 8. März als internationaler Gedenktag eingeführt.

Frauen dürfen seit der Wahl der Deutschen Nationalversammlung am 19.01.1919 in Deutschland wählen. Erst seit 1958 dürfen Frauen ohne sich von dem Ehemann oder dem Vater eine Erlaubnis holen zu müssen, den Führerschein machen. Weitere 18 Jahre mussten ins Land gehen, bis 1976 eine Frau ohne Erlaubnis eines männlichen Familienmitglieds einer Arbeit nachgehen durfte.
Mal ehrlich, ist das nicht unglaublich? Was wir heute für selbstverständlich halten, haben sich die Frauen vor 100 Jahren mühevoll erkämpfen müssen.
Auch wenn sich der Streik der Frauen heute schon zum 100. Mal jährt und sich die Lebensverhältnisse der Frauen in den letzten 100 Jahren sehr verbessert haben, sind wir noch weit davon entfernt, dass Frauen* und Männer* tatsächlich gleichgestellt und gleichberechtigt sind. Nach Artikel 3 Absatz 2 und 3 sind Männer und Frauen gleichberecht und niemand darf auf aufgrund seines*ihres Geschlechts diskriminiert werden – wer aber denkt, dass diese Gleichberechtigung faktisch durchgesetzt ist, irrt.
Noch heute sind Frauen im deutschen Bundestag deutlich in der Minderheit mit einem Frauenanteil von 36,5% – Spitzenreiter in dieser Statistik ist übrigens Ruanda mit 56,3 % Frauen im Parlament. In Deutschland werden Frauen für die gleiche Arbeit wesentlich schlechter bezahlt als Männer. Bei der Jobsuche gilt zwischen Mann und Frau leider in keinster Weise Gleichberechtigung. Männer werden in gut bezahlten Positionen bevorzugt eingestellt. aus „Angst“, Frauen können ja schwanger werden. Im Mai 2015 wurde eine Frauenquote (30% der Führungskräfte müssen demnach weiblich sein) in Führungspositionen eingeführt. Veränderungen sind spürbar, aber sehr langsam. Nach Aussage der Familien- und Frauenministerin Manuela Schwesing in einem heute (08.03.2017) erschienenen Artikel bei Spiegel-Online würde es, vorausgesetzt die positive Entwicklung setzt sich fort. weitere 60 Jahre dauern, bis gleich viele Frauen wie Männer in den Vorständen der deutschen Top200-Unternehmen sitzen. Frauen haben nach Ende der Erziehungspause kaum die Möglichkeit, wieder in den Beruf einzusteigen und müssen nach der kinderbedingten Abwesenheit sehr häufig auf einen Großteil der Bezahlungen verzichten!
Frauenfeindlichkeit und Sexismus sind leider auch heute noch tief verankert in unserer Gesellschaft. Sehr viele Frauen werden täglich von irgendwelchen fremden, widerlichen Schweinen zwischen den Beinen oder am Gesäß berührt. Sogar der US-Präsident brüstete sich, wie einfach es sei, Frauen und Mädchen in den Schritt zu fassen. Das ist schlichtweg widerlich! Ähnllich widerlich ist die Forderung der Alternative für Deutschland (AfD) nach einer verbindlichen Drei-Kinder-Politik in Deutschland, um die Gebärfreudigkeit junger Frauen wieder zu erhöhen!
Einfach nur Ekelhaft!
Wir fordern:
– mehr Frauen in Führungsposition
– gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit unabhängig vom Geschlecht des*r Arbeitnehmer*in
– strikte Durchsetzung der Frauenquote – die Nichteinhaltung der Quote sollte Sanktionen nach sich ziehen.
– Striktes Durchgreifen und Sanktionen gegen Sexismus
In diesem Sinne wünschen wir einen schönen Weltfrauentag! Wir werden niemals die Hoffnung verlieren, dass wir irgendwann mal in einer Welt leben können, in der Männer und Frauen tatsächlich gleichberechtigt sind und die Gleichberechtigung von Mann und Frau nicht nur als hohle Floskel im Grundgesetz steht!

 

 

 

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