Gedanken zum Tag gegen Homophobie

Es ist erst 27 Jahre her

Am 17. Mai 1990 unternahm die Weltgesundheitsorganisation etwas schon lange Überfälliges: Sie strich Homosexualität von der Liste der psychischen Krankheiten. Seitdem gilt dieses Datum als internationaler Tag gegen Homophobie. In vielen Ländern der Welt werden Menschen immer noch wegen ihrer sexuellen Orientierung verfolgt, eingesperrt oder ermordet.

Aber wie steht unsere Gesellschaft eigentlich zur LGBTQ*-Szene?

Das weltoffene und tolerante Bild der Bürger*innen in Deutschland, das häufig von den Medien propagiert wird, gewinnt schnell Risse, wenn man unter die Oberfläche schaut. Auch wenn die Zahl der Menschen in Deutschland, die Homosexualität in Ordnung finden auf über 95% gestiegen ist, gibt es weiterhin viele Vorurteile und Ressentiments. Läuft man beispielsweise über den Schulhof, wird man schnell feststellen, dass das Wort „schwul“ unter Jugendlichen immer noch als Beleidigung missbraucht wird und inflationär verwendet wird. Es besteht der begründete Verdacht, dass dass sich die Jugendlichen gar keine Gedanken machen, was sie da von sich geben.
Interessant ist auch die sogenannte Kussfrage. Eine Studie ergab, dass es 27% Prozent der Menschen als unangenehm empfinden, wenn sich ein lesbisches Pärchen und über 30% wenn sich ein schwules Pärchen in ihrer Umgebung küssen. Die Ausgrenzung geht manchmal sogar so weit, dass Menschen wegen ihrer Sexualität auf offener Straße verprügelt werden, wie zum Beispiel letzte Woche in München.

All das zeigt, dass nicht heteronormative Beziehungen noch lange nicht als gleichberechtigt neben der Mann-Frau-Kind Familie angesehen werden. Für uns wären die Rehabilitierung der nach §175 StGB verurteilten Homosexuellen und die Einführung einer vollständig gleichgestellten gleichgeschlechtlichen Ehe die ersten kleinen notwendigen Schritte in die richtige Richtung und deutliche Signale gegen Homophobie! Bedauernswert ist ebenfalls, dass homosexuelle Paare nicht insoweit gleichgestellt sind, als dass sie Kinder adoptieren dürfen und so deutlich benachteiligt und diskriminiert werden.

An diesem heutigen Tag gegen Homophobie gilt es zu bedenken, dass Homosexualität weltweit noch 10 Ländern mit der Todesstrafe sanktioniert wird. Viele weitere Länder sperren Homosexuelle nur aufgrund ihrer Sexualität ins Gefängnis und bestrafen sie, weil sie dem heteronormativen Menschenbild NICHT entsprechen.

Das darf nicht sein und wir als soziale, respektierende Menschen müssen uns für die Gleichstellung aller Menschen einsetzen, unabhängig von sexuellen Haltungen!

Was ich hier aufgeschrieben habe, ist schlimm und beinhaltet noch in keinem Wort, welche Beleidigungen und abwertenden Blicke Mitglieder der LGBTQ*-Community Tag für Tag aushalten müssen.

NEIN zur HOMOPHOBIE!

 

 

 

 

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