Unsere Weihnachtsbotschaft

Es ist Weihnachten! Seit mehr als 2000 Jahren gedenken Christinnen und Christen der Geburt Jesu Christus, der gekommen war, um die Welt zu erlösen.

Ob ihm das gelungen ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Fest steht, auf unserer Welt gibt es noch immer viel zu viel Unrecht und Ungerechtigkeit. Die Weihnachtsgeschichte, die heute Abend in allen Kirchen vorgetragen wird, ist schon seit Menschengedenken immer aktuell und hochbrisant. Politisch betrachtet ist es eine Fluchtgeschichte und die Reaktionen der Gastwirt*innen und Herbergsbesitzer*innen veranschaulicht treffend, wie es Menschen auf der Flucht vermutlich geht. Es wird klar, mit welchen Mauern voller Vorurteile sie zu kämpfen haben und wie sie sich durchkämpfen müssen, um sich behaupten zu können.

Weltweit müssen derzeit über 60 Millionen Menschen Flucht durchleben. Sie erleiden Schutzlosigkeit und Orientierungslosigkeit und müssen sich in einem ganz neuen Umfeld zurecht finden.

Maria Noichl, SPD-Europaabgeordnete in Strassbourg und Brüssel erinnerte heute in ihrem 24. Türchen ihres Facebook-Adventskalenders, daran, dass „auf dieser Welt Platz für alle Menschen da ist, wenn wir uns wie Menschen mit Verantwortung benehmen“

Weihnachten ist das Fest der Liebe. Von überall her kommen Menschen zusammen, um mit ihren Familien und den Menschen, die ihnen besonders nahe stehen zu feiern und schöne Stunden und Tage miteinander zu verbringen.

Oft hört man in der Kirche, „Gottes Liebe kennt kennt keine Grenzen“ und doch verhält sich die Kirche häufig gegensätzlich dazu. Erst vorgestern hat Kardinal Reinhard Marx bekräftigt, dass die Ehe nur Männern und Frauen vorbehalten sein soll. Das widerspricht meiner Meinung nach dem, was als christliches Menschenbild bekannt ist, denn das schließt Minderheiten aus und zeigt sich nicht durch Barmherzigkeit, Liebe und Solidarität.

Mich macht das persönlich tieftraurig, da ich mich mit christlichen Werten per se sehr gut identifizieren kann, was aber daraus gemacht wird, ist sehr kritisch zu sehen und leider in manchen Bereichen alles andere als sozial! Dies wird dann als „konservativ“ (also, die Tradition bewahrend) beschönigt! Also, ganz ehrlich, ich finde das altertümlich und schlichtweg nicht zeitgemäß.

Heute hat übrigens Jörg Meuthen von der AfD in seiner Weihnachtsansprache – schaut sie euch nicht an, sonst vergeht euch der Appetit und oder ihr verliert den ganzen Mageninhalt – erinnert, dass seine Partei 14 von 16 Landtage „erobert“ hat und ermutigt, Politik – in seinem Sinne – für „unsere Heimat“ zu machen. (wenn ich das schon lese, wird mir ganz schlecht!)

Ich hingegen möchte Vielfalt, Offenheit und gegenseitige Solidarität.
In den Tagen und Wochen wurde öfter diskutiert, ob man noch „Weihnachten“ feiern darf oder, ob es nicht besser sei, es als „Winterfest“zu bezeichnen aus Rücksicht vor anderen Kulturen.

Wenn man mich fragt, wird dadurch Ökumene komplett falsch interpretiert. Natürlich soll jeder , das feiern dürfen, wozu er sich berufen fühlt. Ökumene verstehe ich eher so, dass man zusammen – unabhängig von der eigenen Konfession – Feste feiern soll. Vielfalt soll die Gesellschaft bereichern und niemandem die eigene Kultur wegnehmen.

Jeder wünscht sich heute, einen schönen Abend mit der Familie. Vor diesem Hintergrund freut es mich besonders, dass ein Urteil des Berliner Verwaltungsgerichts, den Familiennachzug für Flüchtlinge erleichtern soll. Das ist ein großer Schritt für die Humanität.

Ich wünsche mir und euch offene, große Herzen, die alle Menschen so akzeptieren wie sie sind und ein vielfältiges Miteinander ermöglichen, egal, welches Geschlecht sie haben, welcher Nationalität sie angehören, welche Hautfarbe, sexuelle Orientierung sie haben oder ob sie mit einer Behinderung leben.

In diesem Sinne, frohe Weihnachten und macht euch stressfreie, schöne und erholsame Tage!

Euer
Nico

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